„Chinesisches Essen“ gehört zu den beliebtesten Küchen der Welt, aber authentische chinesische Küche unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von westlicher Küche! Hier sind etwa 15 weitere Fakten, die dich sowohl informieren als auch verblüffen werden.
1. Die geschmacksvielfältigste Küche der Welt – alles andere als eintönig!
Wusstest du? Die chinesische Küche kennt fünf Schlüsselgeschmacksrichtungen, die nach der traditionellen chinesischen Medizin im Gleichgewicht gehalten werden müssen – süß, sauer, salzig, bitter und scharf.
Die Geschmäcker unterscheiden sich von Region zu Region stark. So ist die Sichuan-Küche für ihre Betäubungsschärfe bekannt, die Hongkonger Küche ist eher süß oder salzig-frisch, die Nordküche eher salzig und die Küche der südlichen Minderheiten eher sauer. Siehe regionale Küchen.
2. Die Nord-Süd-Trennlinie (Weizen/Reis) in China
Mantou
Der kältere und trockenere Norden eignet sich für Weizenanbau, daher essen die Nordchinesen hauptsächlich Jiaozi, Nudeln, Mantou und Baozi. Siehe Nordküche.
Im Süden essen die Chinesen fast zu jeder Mahlzeit Reis oder Reisnudeln (auch die Vielfalt an Obst und Gemüse ist dort viel größer) und nur gelegentlich Weizengerichte.
3. Chinesen essen fast alles!
Ausländer sind oft schockiert darüber, was Chinesen essen. Viele chinesische Gerichte erscheinen Ausländern seltsam oder abstoßend, etwa Hundefleisch-Hotpot, Insekten, Skorpione, Schlangen, Ratten, Schweineohren, Schweinekopf, Schweinefüße, Schweineherz, Schweinelunge, Schweineleber, Schweinenieren, Schweinedarm und Blutwurst.
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4. Riesiger Gemüsekonsum
Verschiedenes Gemüse auf dem Markt
Chinesen essen weit mehr Obst und Gemüse als Westler – ihre Ballaststoffaufnahme ist etwa doppelt so hoch wie im Westen … und folglich ist auch ihre Verdauung doppelt so aktiv! Lies mehr über die zehn wichtigsten Gemüsesorten Chinas.
5. Erstaunlich viele Gemüsesorten
Die Vielfalt beschränkt sich nicht auf chinesisches „Fleisch“ … Viele chinesische Gemüse- und Obstsorten hast du vielleicht noch nie gesehen oder gehört, etwa Pomelo, Bittermelone, Yamswurzel, Baumpilze und Dutzende unübersetzbare Wildgemüse.
6. In China muss alles frisch sein – Konserven und Tiefkühlkost sind verpönt
Nassmärkte (Orte, an denen lebendige oder frisch geschlachtete Fleischwaren und frisch geerntete Zutaten verkauft werden) gibt es in China überall – fast in jedem Viertel einen. Viele Chinesen gehen täglich hin. Gefrierschränke werden allmählich üblich, aber frisches Gemüse bleibt unverzichtbar. Konserven sind dagegen verpönt.
Außerdem muss Nahrung nach der traditionellen chinesischen Medizin der Jahreszeit entsprechend gegessen werden, um ein Übermaß an Yin (kaltes Wetter) und Yang (heißes Wetter), Trockenheit oder Feuchtigkeit auszugleichen. So ist der große weiße Rettich (Yang-Natur) im Winter sehr beliebt.
7. Chinesen essen Knochen … oder spucken sie aus
Fisch
Chinesen verschwenden ungern, deshalb wird oft das ganze Tier serviert. Ein Fisch wird zum Beispiel nicht entgrätet und filetiert, sondern nur ausgenommen, Kopf und Gräten bleiben dran. Manchmal sind die Gräten so weich, dass man sie zerkauen kann; manchmal muss man sie ausspucken (auf den Knochenteller).
Chinesen halten das Fleisch an den Knochen für das schmackhafteste und das Knochenmark für nahrhaft, deshalb werden Knochen absichtlich zerkleinert, um das Mark freizusetzen – beim Essen ist Vorsicht geboten. Knochenbrühe ist sehr beliebt.
8. Alles wird in mundgerechte, stäbchengerechte Stücke geschnitten
Traditionell essen Chinesen nicht mit Messer und Gabel, da dies als gewalttätig oder barbarisch gilt, sondern mit Stäbchen. Da Stäbchen nicht wirklich schneiden können, wird alles vor dem Kochen sehr weich gemacht oder in mundgerechte Stücke geschnitten.
9. China verbraucht jährlich 45 Milliarden Stäbchen
Bei einer Bevölkerung von fast 1,4 Milliarden ist das kaum der Rede wert – im Schnitt nur zwei bis drei Paar pro Person und Monat. Die Regierung hat eine Steuer auf Einwegstäbchen eingeführt, um den Verbrauch zu senken.
Die meisten (Einweg-)Stäbchen bestehen aus Weichholz oder Bambus, was etwa 100 Quadratmeilen – also der Fläche des New Yorker Stadtteils Queens – an Bäumen/Bambus entspricht … oder 50.000 Tonnen – man stelle sich Lastwagen voller Stäbchen Stoßstange an Stoßstange auf einer 30 Meilen langen Strecke vor.
10. Dieselbe Zutat lässt sich auf ein Dutzend Arten zubereiten
Wie Bubba in „Forrest Gump“ über Garnelen spricht, so vielfältig sind auch die chinesischen Kochmethoden. Ein Fisch kann beispielsweise gedämpft, gekocht, geschmort, im Wok gebraten, pfannengerührt, frittiert, gegrillt, gebraten, in Sojasauce geschmort, in Essig eingelegt, in Sauce geschmort oder süß-sauer zubereitet werden.
11. Gerichtdekorationen sind manchmal fast übertrieben
Ein Fischgericht wird mit Gurkenscheiben und roter Paprika garniert.
Chinesische Köche, besonders Meister der Su-Küche, legen größten Wert auf die Präsentation. Sie glauben: „Das erste Bissen isst man mit den Augen.“ Gerichte werden in präzisen Mustern oder lebensechten Formen angerichtet und mit kunstvollen Gemüseschnitzereien und dekorativen Kräutern verfeinert.
12. Gerichtnamen können irreführend sein
Chinesen geben ihren Gerichten gern klangvolle Namen. Manche Namen haben nichts mit den Zutaten zu tun. Zum Beispiel:
· „Ehefrau-Lungen-Scheiben“ (夫妻肺片) sind kein Kannibalismus (sei beruhigt, das ist in China nicht erlaubt), sondern dünn geschnittene Rinderlunge, Rinderzunge oder andere Teile, gewürzt mit rotem Chiliöl.
· „Ameisen erklimmen den Baum“ (蚂蚁上树, mǎyǐ shàng shù) sind Glasnudeln mit Hackfleisch.
Denk daran: „Tianji“ (田鸡) ist tatsächlich Frosch! Dein Reiseleiter oder Übersetzer hilft dir, Missverständnisse zu vermeiden. Entsprechende Services werden angeboten.
13. Speisen haben abergläubische Symbolik
Mondkuchen
Chinesen verleihen bestimmten Speisen aufgrund von Form, Farbe, Aussprache und Legenden eine besondere Bedeutung. Aberglaube und Tradition bestimmen, dass zu bestimmten Festen/Anlässen bestimmte Speisen gegessen werden, um Segen zu erbitten.
So symbolisieren yuanbao-förmige Jiaozi Reichtum zum Neujahr, und runde Mondkuchen stehen für Familieneinheit zum Mittherbstfest. Siehe „Symbolik des chinesischen Essens“.
14. Gerichte werden am Drehteller geteilt
Bei einem traditionellen chinesischen Bankett werden die Gerichte von allen geteilt. Die Speisen stehen in der Tischmitte, und die Menschen sitzen mit ihren Reisschalen drumherum.
In Restaurants, besonders an Tischen für 10 oder 12 Personen, gibt es meist einen Drehteller, damit die Gäste bequem teilen können. Siehe „Wie chinesische Restaurants aussehen“.
15. Gäste sitzen auf dem „Ehrenplatz“ am Tisch
Der Tradition nach sitzt der Ehrengast am weitesten von der Tür entfernt, und die Köpfe von Fisch, Huhn, Ente … zeigen zum Ehrengast.
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Gäste genießen authentisches chinesisches Essen.
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