Shanghai Reiseführer: Wolkenkratzer am Bund und hundertjährige Geschichte

Shanghai Reiseführer: Wolkenkratzer am Bund und hundertjährige Geschichte

Shanghai, diese internationale Metropole, die als „Paris des Ostens“ bekannt ist, vereint auf perfekte Weise historische Kolonialbauten mit futuristischen Wolkenkratzern. Von den 52 historischen Gebäuden unterschiedlichster Stilrichtungen am Bund über die glitzernde Neon-Skyline von Lujiazui bis hin zum geschäftigen Treiben in den Gassen – Shanghai schafft es immer, auf ein und derselben Straße das Aufeinandertreffen von Alt und Neu, Ost und West zu inszenieren. Ob Sie in einem Michelin-Restaurant speisen oder Straßen-Xiaolongbao probieren möchten, ob Sie die Zen-Stimmung eines Gartens aus der Ming-Dynastie oder den Disney-Zauber erleben wollen – Shanghai hat für alles etwas zu bieten.

📍 Shanghai 🧭 Sehenswürdigkeiten in China

Shanghai – Wo die Geschichte in das neue Gewand der Wolkenkratzer schlüpft

Abkürzung: Hu | Beinamen: „Paris des Ostens“, „Magische Metropole“, „Tor zum Jangtsekiang“ | Lage: an der Mündung des Jangtsekiang, mit Blick auf das Ostchinesische Meer


Shanghai ist eine der seltenen Städte, die sich nur schwer mit einem einzigen Begriff fassen lässt – und genau das macht ihren Reiz aus. Im einen Häuserblock blickst du noch zu einem 632 Meter hohen Glasturm empor; im nächsten tauchst du in eine hundert Jahre alte Gasse ein, in der eine Großmutter ihre Wäsche zwischen zwei barocken Säulen zum Trocknen aufhängt. Osten trifft Westen, das Alte trifft die Zukunft, Dim Sum trifft Michelin-Sterne.

Als Chinas repräsentativste internationale Metropole und wirtschaftlicher Motor des Jangtse-Deltas ist Shanghai der Ort, an dem die moderne Geschichte Chinas begann – und an dem sie immer wieder aufs Neue spannend wird. Ob du die Pracht der Kolonialzeit, eine schillernde Skyline, die Zen-Stille eines Gartens aus der Ming-Dynastie, den Zauber von Disney oder einfach nur die besten Xiaolongbao deines Lebens suchst – Shanghai hat alles zu bieten. Und das alles in ein und derselben Stadt, oft sogar in ein und derselben Straße.


1. The Bund – 52 Gebäude, 100 Jahre Geschichte, keine einzige tote Perspektive

Was es ist: Shanghais ikonische Uferpromenade | 1,5 Kilometer Geschichte | die meistfotografierte Ecke der Stadt

Der Bund ist im Grunde ein Architekturmuseum, das ganz unbeabsichtigt entstanden ist. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wollten ausländische Banken, Handelshäuser und Konsulate alle eine prestigeträchtige Adresse in Shanghai haben – also errichteten sie gotische Turmspitzen, barocke Säulen, neoklassizistische Kuppeln und Fassaden im Art-déco-Stil, reihten sie dicht an dicht am Ufer des Huangpu-Flusses aneinander und zogen wieder ab. Das Ergebnis? 52 historische Gebäude in völlig unterschiedlichen Stilen, aufgereiht wie die weltweit sehenswerteste Auseinandersetzung über Architekturstile.

Highlights:

  • Die klassische Skyline (tagsüber): Spaziere entlang der 1,5 km langen Uferpromenade von der Waibaidu-Brücke (Norden) bis zum Shiliupu-Anleger (Süden). Bewundere die Art-déco-Spitze des Peace Hotels, die prächtige Kuppel des HSBC-Gebäudes und den Glockenturm des Zollhauses. Wenn am Nachmittag warmes Licht auf die Granitfassaden fällt, wirkt das wie ein professioneller Fotofilter – ganz ohne Nachbearbeitung.
  • Das Nachtpanorama (der eigentliche Höhepunkt): Bei Einbruch der Dunkelheit erstrahlt der Bund in goldenem Licht, während am gegenüberliegenden Ufer die Skyline von Lujiazui in Neonfarben leuchtet. Der Oriental Pearl Tower, der Shanghai Tower und der Jin Mao Tower spiegeln sich im Huangpu-Fluss – ein Anblick wie im Kino, bei dem man kaum glauben kann, dass er echt ist. Spoiler: Er ist echt, und vor Ort ist er noch beeindruckender.
  • Die Waibaidu-Brücke (Filmkulisse): Shanghais beliebte Stahlbrücke, erbaut 1907, überspannt die Mündung des Suzhou-Flusses in den Huangpu-Fluss. Sie taucht in zahlreichen Filmen und Fernsehserien auf und hat fast schon eine eigene IMDB-Seite verdient. Perfekt für Fotos – und für ein bisschen Nostalgie.
  • Die ¥2-Fähre (Shanghais bestes Schnäppchen): Nimm vom Bund aus die öffentliche Fähre nach Lujiazui – eine vollständige Überfahrt mit unverbautem Blick auf die Skyline beider Ufer, etwa 15 Minuten. Gesamtkosten: ¥2 (rund $0,28). Das ist kein Tippfehler.

Praktische Tipps: Die Uferpromenade des Bund ist 24 Stunden am Tag geöffnet und kostenlos. Die beste Strategie: Geh am späten Nachmittag los, genieße das goldene Licht auf den Gebäuden und bleib dann für das vollständige Nachtpanorama – zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse, derselbe Ort, null zusätzlicher Aufwand. Die ¥2-Fähre legt an der Fährstation Jinling Road ab; die letzte Fähre fährt gegen 22 Uhr (aktuelle Fahrpläne bitte an der Fährstation oder über die offizielle App der Shanghai-Fähren prüfen). Chinesische Adresse: 外滩(中山东一路), Bezirk Huangpu.


2. Lujiazui – eine Skyline, gebaut in 30 Jahren, die dich in 30 Sekunden klein werden lässt

Kurzprofil: Chinas Finanzzentrum | Neuer Stadtbezirk Pudong | beherbergt drei der höchsten Gebäude der Welt

Im Jahr 1990 war Lujiazui noch Ackerland. Heute konzentriert sich hier eine der dichtesten Wolkenkratzeransammlungen der Erde. Chinas Politik der Reform und Öffnung verwandelte ein Stück Farmland in ein globales Finanzzentrum – in etwa so viel Zeit, wie ein Kind für die Grundschule braucht. Und wenn dich das noch nicht beeindruckt, dann warte, bis du am Fuß des Shanghai Tower stehst und nach oben schaust – plötzlich hinterfragst du jede Lebensentscheidung, die dich genau an diesen Ort gebracht hat.

Highlights:

  • Oriental Pearl Tower (die Ikone): Du hast ihn auf jeder Shanghai-Postkarte gesehen. Der 468 Meter hohe Turm – dessen Design von der Vorstellung inspiriert ist, dass „große und kleine Perlen in eine Jade-Schale fallen“ – war bei seiner Fertigstellung das höchste Gebäude Asiens. Bewundere ihn nicht nur von außen: Steig auf die 259 Meter hohe Aussichtsplattform mit vollständig transparentem Boden (ja, der Boden ist durchsichtig; ja, deine Beine fühlen sich etwas seltsam an) oder reserviere einen Tisch im Drehrestaurant auf 267 Metern, das sich alle zwei Stunden einmal vollständig dreht. Deine Peking-Ente ist aufgegessen, bevor die Aussicht wieder zurückkommt.
  • Shanghai Tower (höchstes Gebäude Chinas, dritthöchstes der Welt): Dieser 632 Meter hohe, spiralförmig gedrehte Glasriese ist das höchste Gebäude Chinas und das dritthöchste der Welt – was immer noch bedeutet, dass du in einem Gebäude stehst, das höher ist als jedes in Europa, Amerika oder Afrika. Die Aussichtsetage auf 546 Metern trägt den Namen „Gipfel Shanghais“ und bietet eine 360°-Glasfassade vom Boden bis zur Decke. Bei klarem Wetter breitet sich die ganze Stadt unter dir aus wie eine sehr teure Landkarte. Höhenangst gibt es separat zu kaufen.
  • Die ringförmige Fußgängerbrücke in Lujiazui (der beste Fotospot): Ein erhöhter Fußweg mit Glasgeländern, der den Century Avenue überspannt und die großen Einkaufszentren miteinander verbindet. Stell dich zur „blauen Stunde“ hierher – in dem 20-Minuten-Fenster nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel tiefblau wird und die Lichter der Gebäude nacheinander angehen – und schieße das klassische Foto des Lujiazui-Trios.
  • Die Uferpromenade (wenn du mal durchatmen musst): Ein landschaftlich gestalteter Weg entlang des Huangpu-Flusses mit direktem Blick auf den Bund am gegenüberliegenden Ufer. Mach einen Spaziergang, leih dir ein Fahrrad oder setz dich einfach hin und schau den Ausflugsschiffen zu. Angesichts der Tatsache, dass du von Immobilien im Wert von Hunderten Milliarden Yuan umgeben bist, ist das eine überraschend ruhige Erfahrung.

Praktische Tipps: Kombi-Tickets für die Aussichtsetage des Shanghai Tower und den Oriental Pearl Tower gibt es vergünstigt online zu kaufen. Bitte im Voraus buchen, besonders an Wochenenden und Feiertagen. Eintritt „Gipfel Shanghais“ im Shanghai Tower: ca. ¥180 pro Person; Oriental Pearl Tower: ab ca. ¥200 pro Person (aktuelle Preise bitte in der offiziellen App oder vor Ort prüfen). Chinesische Adresse: 陆家嘴环路, Neuer Stadtbezirk Pudong.


3. Yu-Garten und Chenghuang-Tempel – 460 Jahre Geschichte, immer noch werden Xiaolongbao serviert

Was es ist: Klassischer Garten aus der Ming-Dynastie (erste Anlage 1559) | daoistischer Tempel | Shanghais stimmungsvollstes historisches Viertel

Der Yu-Garten wurde vom Beamten Pan Yunduan aus der Ming-Dynastie erbaut – als Geschenk zum Ruhestand für seine betagten Eltern. „Yu“ bedeutet „Freude und Behaglichkeit“ – was entweder sehr herzlich ist oder eine sehr teure Art zu sagen: „Es tut mir leid, dass ich nicht öfter zu Besuch gekommen bin.“ Wie auch immer: Das Ergebnis ist einer der schönsten klassischen Gärten Chinas – 20.000 Quadratmeter mit Felslandschaften, Pavillons, Teichen, der Neun-Kurven-Brücke und so vielen Holzschnitzereien, dass es fast gegen die Gesetze der Physik zu verstoßen scheint.

Highlights:

  • Die Neun-Kurven-Brücke + Pavillon in der Seemitte (der fotogenste Winkel des alten Shanghai): Die Neun-Kurven-Brücke ist mit neun Windungen angelegt – traditionell heißt es, böse Geister können nur geradeaus gehen, daher ist diese Brücke im Wesentlichen ein übernatürliches Sicherheitssystem. Ob es nun wirkt oder nicht – die Kombination aus Bogenbrücke, Teehaus-Pavillon und Spiegelung im Lotusteich ist wirklich atemberaubend. Ein klassischer Fotospot. Kommen Sie früh, um Menschenmassen zu vermeiden.
  • Der große Felsenberg (ein Berg aus 2.000 Tonnen Taihu-Steinen): Das Prunkstück des Yu-Gartens, in der Ming-Dynastie aus Tausenden Tonnen porösen Kalksteins errichtet – etwa 12 bis 13 Meter hoch, streng genommen ein künstlicher Berg. Von der Spitze überblickt man den gesamten Garten – „Wälder und Berge auf engstem Raum“, wie ein chinesisches Sprichwort sagt.
  • Steinmetzarbeiten und Holzkunst (bringen Sie eine Lupe mit): Jeder Türrahmen, jede Säule und jede Gartenmauer ist mit kunstvollen Schnitzereien überzogen – Vögel, Fische, mythologische Figuren, historische Szenen. Wenn Sie nur langsamer gehen und genau hinsehen, ist die Handwerkskunst wirklich atemberaubend.
  • Die alte Straße am Chenghuang-Tempel (für Feinschmecker): Verlässt man den Yu-Garten, gelangt man in ein Labyrinth von Gassen im Stil der Ming- und Qing-Dynastie, behängt mit roten Laternen und gesäumt von Gaststätten mit jahrhundertealter Tradition. Unbedingt probieren: Nanxiang-Xiaolongbao, Birnenzucker, Fünfgewürzbohnen und Sesam-Fladenbrot. Planen Sie ausreichend Zeit ein – und ausreichend Magenkapazität.

Praktische Hinweise: Besuchen Sie den Yu-Garten am besten früh am Morgen (Öffnung um 8:30 Uhr), um es ruhiger zu erleben – die umliegenden Straßen werden ab dem späten Vormittag sehr voll. Eintritt: ¥40/Person (innerer Yu-Garten). Der Chenghuang-Tempel und die umliegenden Straßen sind frei zugänglich. Auch während des Frühlingsfests und des Laternenfests lohnt sich ein Besuch – die Laternenausstellungen sind spektakulär. Chinesische Adresse: Yu-Garten, Anren-Straße 218, Bezirk Huangpu.


4. Shanghai Disneyland – der glücklichste Ort Chinas (mit dem größten Disney-Schloss der Welt)

Kurzüberblick: Chinas erster Disneyland-Park | der 6. Disney-Themenpark weltweit | Eröffnung 2016 | 3,9 Quadratkilometer sorgfältig gestalteter Freude

Shanghai Disneyland beherbergt das größte Disney-Schloss der Welt – 60 Meter hoch, in Rosa und Gold gehalten und jeden Abend von Feuerwerk umrahmt. Hier gibt es außerdem die schnellste Disney-Achterbahn der Welt, eine Bootsfahrt durch eine maßstabsgetreue „Fluch der Karibik“-Szenerie und ein Flugkino, das nacheinander über die Pyramiden, das Taj Mahal und die Chinesische Mauer führt. Einen besseren Grund für den Kauf eines Themenpark-Tickets haben wir noch nicht gefunden.

Unbedingt erleben:

  • Das verzauberte Märchenschloss (das höchste Disney-Schloss der Welt): 60 Meter hoch und damit das größte Schloss, das Disney je gebaut hat. Tagsüber ist es Wahrzeichen und Hintergrund für jedes Ihrer Fotos. Nachts verwandelt die Show IlluminatE – Ignite the Dream es in eine Leinwand aus Feuerwerk, Lasern und Projektionen – ein 15-minütiges, wahrhaft atemberaubendes Spektakel. Sichern Sie sich früh einen Platz.
  • Soaring Over the Horizon (die Attraktion, für die alle anstehen): Ein 5D-Flugkino ohne Brille, das Sie über sieben große Wahrzeichen der Welt fliegen lässt – die ägyptischen Pyramiden, das indische Taj Mahal, die Chinesische Mauer, den Eiffelturm in Frankreich und mehr – begleitet von Wind, Gerüchen und Surround-Sound. Gilt weithin als eine der besten Themenpark-Attraktionen der Welt. Die Wartezeiten übersteigen oft 90 Minuten. Kaufen Sie den Disney Premier Access.
  • Pirates of the Caribbean – Battle for the Sunken Treasure (ein technisches Wunder): Eine Bootsfahrt durch ein vollständiges holografisches Piraten-Erlebnis mit echten Wassereffekten, 3D-Projektionen und so fortschrittlicher, fast unheimlicher Animatronik. Eine der technisch komplexesten Themenpark-Attraktionen der Erde. Sie werden leicht nass.
  • Tron Lightcycle Power Run (die schnellste Disney-Achterbahn der Welt): Eine motorradartige Achterbahn auf halbtransparenten Hochschienen. Höchstgeschwindigkeit in 2,8 Sekunden. Die Warteschlange schlängelt sich durch einen immersiven Tron-Lichttunnel. Aufregend, kurz, extrem befriedigend.
  • Mickey's Storybook Parade: Klassische Disney-Figuren, kunstvolle Wagen, Musik und choreografierte Tänze auf der Hauptstraße des Parks. Bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt – ja, auch bei den Erwachsenen, die „nur wegen der Kinder“ gekommen sind.

Praktische Hinweise: Buchen Sie Tickets im Voraus, besonders während chinesischer gesetzlicher Feiertage und Schulferien. Laden Sie die App „Shanghai Disney Resort“ herunter, um Echtzeit-Wartezeiten zu sehen und den Disney Premier Access zu erhalten. Seien Sie bei den großen Attraktionen zur Parköffnung da. Eintritt: ab 475 Yuan/Person (Standard-Tagesticket; die Preise variieren je nach Datum – an Spitzentagen höher). Chinesische Adresse: Shanghai Disneyland, Chuanxia Neu-Stadt, Bezirk Pudong.


5. Historisches und kulturelles Viertel der Wukang-Straße – die fotogenste Straße, etwa 100 Jahre vor Instagram

Kurzüberblick: Historische und kulturelle Straße seit 1907 | 1,8 Kilometer | früher Ferguson Road | Bezirk Xujiahui

Die Wukang-Straße ist die Art von Straße, bei der man das Gefühl hat, versehentlich am Set eines Films gelandet zu sein – was in Ordnung ist, denn im Grunde ist sie genau das. 1907 angelegt, gesäumt von Platanen, die so dicht stehen, dass es fast übertrieben wirkt, und übersät mit Art-déco-Apartments, französischen Villen, spanischen Reihenhäusern und englischen Landhäusern, zählt sie zu den am besten erhaltenen historischen Vierteln Shanghais. Dazu unabhängige Cafés, Buchhandlungen, Blumenläden und französische Patisserien – hier findet man das, was einem Pariser Boulevard am nächsten kommt, und das nur 25 Minuten mit der U-Bahn von Pudong entfernt. Auf irgendeine Weise widersprechen sich diese beiden Dinge nicht.

Highlights:

  • Das Wukang-Mansion (das meistfotografierte Gebäude Shanghais): Ein 1924 erbautes Apartmenthaus im Stil der französischen Renaissance, dessen Form an einen Schiffsbug erinnert – an der Straßenecke verjüngt es sich zu einem spitzen Winkel, als führe es für immer in die Kreuzung hinein. Roter Backstein, schmiedeeiserne Balkone, efeubewachsene Wände, eingerahmt von Platanenzweigen. Es ist in so vielen Filmen und Serien zu sehen, dass die Einheimischen ihm fast schon Miete berechnen könnten. Diese Straßenecke ist der meistfotografierte Ort der Shanghaier. Das Licht ist am Morgen am besten.
  • Wohnhäuser berühmter Persönlichkeiten (für kulturell Interessierte): Entlang der Straße verteilen sich die einstigen Wohnsitze einiger der bedeutendsten Persönlichkeiten Chinas aus dem 20. Jahrhundert – darunter der Schriftsteller Ba Jin, die politische Führerin Song Qingling und der Künstler Feng Zikai. Viele sind als kleine Museen geöffnet und im Inneren gut erhalten. Französische Gartenhöfe, Vintage-Möbel, ruhig und stimmungsvoll.
  • Café-Kultur (nehmen Sie sich hier Zeit): Unabhängige Cafés, Buchhandlungen, Blumenläden und Dessertgeschäfte reihen sich entlang der Straße, die meisten in liebevoll restaurierten historischen Gebäuden. Kaufen Sie einen Kaffee, setzen Sie sich unter eine Platane und beobachten Sie, wie die Stadt mit überraschend gemächlichem Tempo an Ihnen vorbeizieht. Das ist Shanghai in Zeitlupe.
  • Jahreszeiten: Frühling und Sommer: Das Platanenlaub über Ihnen bildet einen kühlen grünen Tunnel. Herbst: Goldenes Laub bedeckt die Gehwege, Sonnenlicht fällt durch die Zweige – ein Effekt, den es nur in der Fotografie und in alten französischen Filmen gibt. Beide Jahreszeiten sind einen Besuch wert.

Praktische Hinweise: Die Wukang-Straße erkundet man am besten zu Fuß – in gemütlichem Tempo dauert die gesamte Strecke etwa 45 Minuten, mit Kaffeepausen länger (und Sie werden Kaffeepausen machen). Die meisten Cafés sind an Wochenendnachmittagen am vollsten; an Werktagmorgen ist es ruhiger und besser zum Fotografieren. Eintritt: kostenlos. U-Bahn: Linie 10 und Linie 11, Station Jiaotong-Universität, Ausgang 7. Chinesische Adresse: Wukang-Straße, Bezirk Xuhui.


6. Die Wasserstadt Zhujiajiao – Venedig ruft an und sagt, sein Konzept wurde kopiert

Kurzüberblick: Eine der vier großen historischen und kulturellen Städte Shanghais | über 1.000 Jahre Geschichte | etwa 1 Stunde vom Stadtzentrum Shanghais entfernt

Zhujiajiao wird oft als „Venedig des Ostens" bezeichnet, aber das ist ein bisschen so, als würde man Venedig als „Zhujiajiao des Westens" bezeichnen – dieser Vergleich schmeichelt beiden Seiten, wird aber keinem von beiden gerecht. Zhujiajiao ist tatsächlich: ein gut erhaltenes altes Wasserstädtchen, das in der Song-Dynastie gegründet wurde, mit Kanälen, Steinbogenbrücken, weißen Wänden, grauen Ziegeldächern und engen Gassen aus Steinplatten, die hier seit tausend Jahren existieren und noch genauso aussehen wie in jedem klassischen Gemälde, das Sie je gesehen haben. Etwa eine Autostunde vom Zentrum Shanghais entfernt, und doch fühlt es sich an, als wäre man in einem anderen Jahrhundert.

Höhepunkte:

  • Fangsheng-Brücke (die größte fünfbogige Steinbrücke im Jangtse-Delta): Ursprünglich in der Ming-Dynastie erbaut, in der Qing-Dynastie wiederaufgebaut – 72 Meter lang, fünfbogige Steinbrücke, die den Caogang-Fluss überspannt. Von der Brücke aus hat man einen Panoramablick über die ganze Stadt: Der Kanal schlängelt sich zwischen weißen Gebäuden hindurch, kleine Brücken überspannen ihn in Abständen, und Spiegelungen flimmern auf dem Wasser. Das ist die Postkartenansicht. Ein Besuch lohnt sich sehr.
  • Gondelartige Holzbootsfahrt (ein Muss): Mieten Sie ein traditionelles Ruderboot und treiben Sie 30–40 Minuten lang durch die Kanäle. Sie fahren unter niedrigen Bogenbrücken hindurch, vorbei an Gärten und alten Häusern, während der Bootsmann mit einem langen Ruder das Boot auf eine Weise bewegt, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert hat. Ruhig, malerisch und die beste Art, wirklich zu verstehen, warum dieser Ort immer mit Venedig verglichen wird.
  • Kezhi-Garten (ein privater Garten, der länger lebte als die Dynastie, die ihn erbaute): Ursprünglich 1912 am Ende der Qing-Dynastie angelegt, vereint dieser 96 Mu große private Wohnsitz und Garten traditionelle Jiangnan-Gartengestaltung mit westlichen Architektureinflüssen – ein Spiegel der kulturellen Verschmelzung jener Zeit. Pavillons, Felsformationen, Teiche, Wandelgänge, alte Bäume. Ruhig und wunderschön.
  • Gassenküche der Altstadt (ein wichtiger Teil): Die historische Nordstraße und die Caohe-Straße sind gesäumt von traditionellen Imbissständen. Unbedingt probieren: Zha Rou (geschmortes Fleisch), Zhuangyuan-Kuchen, geräucherte grüne Bohnen und Gorgonienkuchen. Sie werden nicht hungrig gehen. Planen Sie Ihr Budget entsprechend.

Praktische Hinweise: Zhujiajiao ist an Werktagmorgen am stimmungsvollsten – am Wochenende kann es voll werden. Nehmen Sie die Hu-Zhu-Linie vom Shanghaier Volksplatz oder buchen Sie einen privaten Transfer; ein Taxi vom Zentrum Shanghais kostet etwa 150–200 Yuan pro Strecke. Planen Sie mindestens einen ganzen Vormittag oder Nachmittag ein. Viele Besucher kombinieren es mit einem Halbtagesausflug, was es zu einem bequemen Tagesausflug von der Stadt aus macht. Eintritt: kostenlos (einzelne Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadt, wie der Kezhi-Garten und die Bootsfahrten, erfordern separate Tickets).


7. Xisha-Mingzhu-See-Szenengebiet – Shanghai hat ein Feuchtgebiet, das still im Naturschutz gewinnt, während Sie damit beschäftigt sind, Wolkenkratzer zu fotografieren

Kurzbeschreibung: Nationales 5A-Szenengebiet (2024 hochgestuft) | 7,8 Quadratkilometer | Chongming-Insel | „Grüne Lunge der Magischen Metropole"

Eine Sache, die die meisten über Shanghai nicht wissen: Es besitzt ein ursprüngliches Naturfeuchtgebiet, dessen Luftqualität als national Klasse I eingestuft wird und dessen Negativionenkonzentration 2.700 pro Kubikzentimeter erreicht – was für Ihre Lungen entweder sehr vorteilhaft ist oder einfach eine sehr teure Art zu atmen, je nachdem, wie Sie es betrachten. Wie auch immer, das ist etwa zehnmal höher als im Zentrum Shanghais, und Ihr Körper wird den Unterschied in etwa zwanzig Minuten bemerken. Hier wurden über 149 Vogelarten registriert, darunter einige, die offensichtlich noch nie von Shanghaier Mietpreisen gehört haben und sich einfach weigern zu gehen. Darunter: die bedrohte Chinesische Sägerente, die irgendwie zu dem Schluss gekommen ist, dass ein Feuchtgebiet eine Autostunde von einer Stadt mit 24 Millionen Einwohnern entfernt ein völlig vernünftiger Ort zum Leben ist.

Das Xisha-Mingzhu-See-Szenengebiet besteht aus zwei Kernbereichen: dem Mingzhu-See (Shanghais größter natürlicher Süßwassersee, über 3.000 Mu, Wasserqualität Klasse II) und dem Xisha-Feuchtgebiet (Shanghais einziges natürliches Gezeiten-Süßwassermoor, 4.500 Mu). Zusammen bilden sie die ökologische Grundlage von Chongming, einer von China ausgewiesenen ökologischen Schutzinsel.

Höhepunkte:

  • Xisha-Feuchtgebiet (Gezeitenmoor-Wanderweg): Ein 6.800 Meter langer Holzsteg schlängelt sich durch Schilfgürtel, Urweltmammutbaumwälder und Gezeitenbachlandschaften. Gehen Sie früh am Morgen, um Vogelgesang zu hören, das Wiegen des Schilfs zu sehen, das Steigen und Fallen der Gezeiten zu beobachten und eine deutlich frischere Luft als in der Großstadt zu atmen. Die hier gemessene Negativionenkonzentration ist mit Hochgebirgsumgebungen vergleichbar. Und all das in einer Stadt mit 24 Millionen Einwohnern.
  • Mingzhu-See (Süßwasser-Kernlandschaft): Shanghais größter natürlicher Binnensee – weite Wasserfläche, klares Wasser, daneben eine 3 Kilometer lange Rotahorn-Allee, ideal zum Radfahren. Bootstouren möglich. Die Wasserqualität ist zertifiziert nach nationalem Klasse-II-Standard (nach Aufbereitung trinkbar). Halten Sie Ausschau nach Graureihern, Silberreihern und gelegentlich auch Jangtse-Glattschweinswalen – ja, in den nahen Gewässern des Jangtse wurden Glattschweinswale gesichtet.
  • Sonnenuntergang im Feuchtgebiet (erste Wahl für Fotografen): Wenn die Sonne im Westen über dem See untergeht, ergießt sich bernsteinfarbenes Licht über die Schilfgürtel, heimkehrende Vogelschwärme werden zu Silhouetten, und die Wasserfläche verwandelt sich in einen Spiegel. Kein Filter nötig. Und kein Gedränge.
  • Zugvogelsaison (November bis März): In Herbst und Winter kommen Tausende wandernde Wasservögel ins Feuchtgebiet, darunter Schwärme wilder Kormorane, die Chinesische Sägerente (bedrohte Art) und die Reed-Parrotbill – ein Vogel, der ausschließlich in Schilfgürteln lebt und anderswo kaum zu sehen ist. Es gibt spezielle Vogelbeobachtungsplattformen mit optimierter Sicht.

Praktische Hinweise: Der Xisha-Mingzhu-See eignet sich am besten für einen ganzen Tagesausflug von Shanghai aus. Nehmen Sie die Chongming-Tunnel-Brücken-Route (etwa 1,5 Stunden mit Bus oder Privatwagen vom Zentrum Shanghais). Frühling und Herbst sind wettertechnisch am angenehmsten; der Winter (November bis Februar) ist die goldene Zeit für Vogelbeobachtung – bringen Sie ein Fernglas mit. Eintritt: Xisha-Feuchtgebiet ca. ¥50/Person; Mingzhu-See-Szenengebiet ca. ¥60/Person (aktuelle Preise bitte über die offizielle Chongming-Tourismus-App prüfen). Chinesische Adresse: Xisha-Mingzhu-See-Szenengebiet, südwestliches Ende der Chongming-Insel, Bezirk Chongming.


Warum Shanghai? Weil es anderswo nicht alles gleichzeitig bietet.

Was Sie wollenWo Sie es finden
Kolonialarchitektur + moderne SkylineThe Bund + Lujiazui (10 Minuten mit der Fähre zwischen beiden)
Klassische chinesische Gärten + StreetfoodYu-Garten & Chenghuang-Tempel
Historische Straßen, ideal zum FotografierenWukang-Straße
Märchenhaftes Themenpark-VergnügenShanghai Disneyland
Altes Wasserstädtchen eine Stunde von Wolkenkratzern entferntZhujiajiao
Saubere Luft, Feuchtgebiete, seltene VögelXisha-Mingzhu-See auf der Chongming-Insel

Fortbewegung: Das Shanghaier U-Bahn-System erschließt alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, ist sauber, schnell und günstig, und die Hauptbahnhöfe sind auf Englisch ausgeschildert. Besuchern wird empfohlen, eine 24- oder 72-Stunden-U-Bahn-Karte zu kaufen. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind innerhalb von 60 Minuten vom Zentrum Shanghais erreichbar.

Beste Reisezeit: Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November) bieten die angenehmsten Temperaturen und klaren Himmel. Der Sommer ist heiß und feucht, aber lebendig. Der Winter ist nach nordchinesischen Maßstäben mild und deutlich weniger besucht.

Eine Anmerkung zum Shanghai-Charakter: Der Kerngeist Shanghais ist der „Haipai“ – ein einzigartiger lokaler Stil, der aus über 150 Jahren internationalen Austauschs entstanden ist und traditionelle chinesische Kultur mit westlichen Einflüssen verschmilzt. Es ist nicht ganz das China, das Sie sich vorstellen, und auch nicht ganz der Westen, den Sie kennen. Es ist besser als beides: Es ist beides zugleich, und doch ganz auf Shanghais eigene Art. Und irgendwie funktioniert es. Jedes Mal.

Shanghai verlangt nicht, dass Sie sich zwischen Geschichte und Zukunft entscheiden. Es gibt Ihnen einfach beides und sagt: Fangen Sie an zu gehen.


Sieben Reiseziele. Eine Stadt. Null gute Gründe, zu Hause zu bleiben.

🏞️ Das könnte Ihnen auch gefallen

🧭 China verstehen →